Stämmchen mit eingewachsenem Stacheldraht, KZ-Gelände Buchenwald, Ettersberg-Weimar




IV Verletzungen
Vom Gräberfeld des sowjetischen Speziallagers (1945-50) über den Block 50 (Hygiene - Institut der Waffen-SS) in Richtung Kleines Lager (Sterbe- und Siechenlager jüdischer Häftlinge) des KZ Buchenwald Weimar, befindet sich ein Weg, der von einem Stacheldrahtzaun begrenzt wird. In diesem Zaun ist eine Hecke hochgewachsen, deren Stämmchen und Äste seit Jahrzehnten durch Reibung wundgescheuert wurden. Sie zeigen Wundmale, Einschnitte und Narben, teilweise ist der Stacheldraht in das Holz eingewachsen.
Die ständig verletzten, vernarbten und wieder aufgerissene Rinden der Bäumchen versinnbildlichen die schrecklichen Geschehnisse in den Konzentrations- und Vernichtungslagern des Dritten Reiches und symbolisieren die psychische und physische Stigmatisation der Überlebenden.






Buchenwaldkiste, Kiste mit Stämmchen, 19 x 44 x 44 cm, 2006


1. Preis,  Schmerz – Bilder vom Menschen, Wilhelm-Fabry-Museum  Hilden, 2009


Besitz: Widmungshäuser und Denkstätte Widerstand Weingarten Studentenwerk Weiße Rose e.V. - Ravensburg/Weingarten.